Kategorie: Bundesliga-Team

Jordan Ewert (Mitte), hier beim Pipe gegen Friedrichshafen, war bisher oft bester oder zweitbester Scorer der SVG

Kontrastprogramm

Nach Alltag wieder ein Highlight

Berlin Volleys mit Sorgen auf der Zuspiel-Position

Das Kontrastprogramm geht weiter für die LüneHünen: Nach dem Pokal-Auftritt des starken VfB Friedrichshafen (0:3) in der Gellersenhalle und dem eigenen erfolgreichen Gastspiel beim Kellerkind Unterhaching (3:1) erwartet die SVG nun ein neuerliches Heimspiel-Highlight. Die Berlin Volleys, erfolgreichste Mannschaft der zu Ende gehenden Dekade mit sieben Meisterschaften, geben ihre Visitenkarte ab. Bedauerlicherweise für die Fans weiterhin ohne deren Unterstützung vor Ort, da der Teil-Lockdown ja inzwischen verlängert wurde. Zu verfolgen ist das Match aber am Sonnabend wieder im kommentierten Live-Stream auf sporttotal.tv ab 19 Uhr.

Wiedersehensfreude mit Kessel und Brehme

Nicht nur die Unterstützung fällt weitgehend – bis von ein paar Ehrenamtlichen – weg. Auch Jubelstürme über die Rückkehr des früheren Publikumslieblings Cody Kessel wird es nicht geben, auch keinen kleinen Plausch mit Anton Brehme, der nach seinem starken und offenherzigen Gastspiel in der vergangenen Saison gleichfalls noch viele Sympathien hier genießt. In der Hauptstadt bespielt der Sunnyboy nun intensiv die sozialen Medien für den Club, aber der junge Mittelblocker wurde auch sofort Stammspieler, trotz der Konkurrenz zu zwei Brasilianern – darunter mit Eder ein Olympiasieger (2016 in Rio).

Und – welch Luxus: ein weiterer, vierter hochkarätiger Mann für diese Position steht in den Startlöchern. Schon als Zugang vermeldet wurde Kevin Le Roux. Der routinierte Franzose (31) mit mehr als 200 Länderspielen war aktuell nach einer Verletzung vereinslos. Davor spielte der Weltenbummler in Peking, in Brasilien, Russland, Italien, der Türkei und Südkorea, seitdem er 2012 die Heimat von Cannes aus verlassen hatte. Nur der Medizincheck steht in der kommenden Woche noch aus, nun in Reppenstedt wird er also noch nicht spielen. Und dann beim Champions-League-Heimturnier von Dienstag bis Donnerstag in der Max-Schmeling-Halle wohl auch noch nicht.

Le Roux der nächste Top-Transfer in Berlin

In der Vita von Le Roux stehen neben verschiedenen Vereinstiteln und persönlichen Auszeichnungen auch der Gewinn der Europameisterschaft 2015 und die Siege in der World League (heutige Nations League) 2015 und 2017. Im Januar qualifizierte er sich zudem mit Frankreich – in Berlin übrigens – für die kommenden Olympischen Spiele. Mal wieder ein ganz großer Transfer der Berliner also. Einer dieser Top-Transfers war im Sommer auch sein Landsmann Timothée Carle, der Außenangreifer schlug sofort groß ein. Zuletzt war der Nationalspieler aber verletzt, wie schon einige Mitspieler im Saisonverlauf, auch Brehme. Und auch der Diagonale Ben Patch, weshalb Kessel auch schon auf dieser Position eingesetzt wurde – und überzeugte. Zuletzt aber spielte er wieder (und viel) auf seinem angestammten Posten außen.

Viele Verletzungen bei gleichzeitig viele Spielen (und Reisen) führten auch dazu, dass nach dem erfolgreichen Saisoneinstieg mit einem 3:0 im Supercup gegen Frankfurt nicht gerade konstante Leistungen folgten. Erste Überraschung war die erste Bundesliga-Niederlage nach 18 Monaten und 24 Siegen in Serie beim 1:3 in Bühl Ende Oktober. Der folgte Nummer 2: ein deutliches 0:3 in Friedrichshafen. Und dann noch die Pokalschlappe: 2:3 gegen KW-Bestensee (nach 2:0). Am meisten Verletzungspech hatten die Berliner bei den Zuspielern. Weltstar Sergey Grankin, der zweite Olympiasieger (mit Russland 2012 in London) neben Eder, fällt schon seit Wochen aus. Sein Vertreter Pierre Pujol zog sich zuletzt beim 3:0 gegen Frankfurt eine Daumenprellung zu, sodass sogar der für den Notfall reaktivierte Sebastian Kühner (Karriereende 2019) eingewechselt wurde. Völlig offen, wer nun gegen die SVG das Spiel lenkt.

Auch die LüneHünen haben ja aktuell auf dieser wichtigen Position Probleme, nachdem der Vertrag von Leon Dervisaj aufgelöst wurde und mit Hannes Gerken nur ein Mann zur Verfügung steht. Das wird auch vorerst so bleiben, die Sichtung eines Neuzugangs läuft. „Bis zum Auswärtsspiel nächste Woche klappt es vielleicht, aber es wird eng“, berichtet Chefcoach Stefan Hübner und verweist auch auf die geltenden Quarantänebestimmungen. Ohnehin muss die Mannschaft regelmäßig zum Corona-Test, und wenn nun ein Neuer dazustößt, wird der wohl zweimal getestet werden müssen, bevor er überhaupt ins Training einsteigen darf.

Noch kein neuer LüneHünen-Zuspieler

Das Thema Dervisaj wurde unterdessen noch einmal im Mannschaftskreis besprochen und ist nun abgehakt, andere personelle Baustellen gibt es aber weiterhin: Michel Schlien (Schulter) und Florian Krage (Knie) plagen sich weiter mit Blessuren herum, Jannik Pörner ist nach seinem Bänderriss „auf dem Weg zurück“, so Hübner, der aber insgesamt Entwarnung gibt: „Vom Grundsatz her sind alle einsatzbereit. Wir schauen von Tag zu Tag, wie es sich bei allen entwickelt.“ Als zweiter Zuspieler ist nun für den Notfall Youngster Theo Mohwinkel (18) aus der 2. Mannschaft dabei. Die ist ja seit dem Teil-Lockdown beschäftigungslos, vorher aber zeigte das Talent in der 3. Liga gute Leistungen. Und durch sein Mitwirken im Training der Ersten kann die nun wieder 6 gegen 6 spielen.

NEWS AUS DER SZENE

Mit 6 Punkten aus den drei Hinspielen ist der VfB Friedrichhafen im Pool E der Champions League gestartet. Beim Turnier im italienischen Trient gab es zum Auftakt ein 3:1 (25:14, 25:22, 23:25, 25:16) gegen Karlovarsko/Tschechien für die Häfler, die tags darauf sogar den russischen Meister und Pokalsieger Novosibirsk klar mit 3:0 (25:20, 25:23, 25:22) bezwangen. Zum Abschluss folgte noch ein 0:3 (19:25, 18:25, 18:25) gegen Trentino Itas. Das Turnier mit den Rückspielen findet vom 9. bis 11. Februar am Bodensee statt.

Zuspieler Leon Dervisaj gehört ab sofort nicht mehr zum SVG-Kader, nachdem er um Vertragsauflösung gebeten hatte

Änderung im Kader

Zuspieler bricht seine Zelte ab

Leon Dervisaj hat um Vertragsauflösung gebeten

Die SVG Lüneburg muss überraschend noch einmal auf dem Transfermarkt aktiv werden: Zuspieler Leon Dervisaj, erst im Sommer vom TV Rottenburg gekommen, hat um die Auflösung seines Vertrages aus persönlichen Gründen gebeten. Nun muss ein Nachfolger gefunden werden, denn die Trennung erfolgt schon per sofort zum 1. Dezember und mit Hannes Gerken steht dann nur ein Mann für diese Position zur Verfügung.

Am Sonntag stand Dervisaj noch bei den LüneHünen auf dem Feld, verbuchte mit ihnen einen 3:1-Erfolg in Unterhaching und spielte dabei nahezu durch. Den Wunsch nach Beendigung seines Gastspiels hier hatte er aber schon zuvor vorgebracht. Diesem Wunsch hat der Verein nun nach Abwicklung aller Formalitäten entsprochen, wobei beide Vertragsparteien betonen, dass die Trennung im beiderseitigen Einvernehmen erfolgt. „Es hat für mich leider nicht gepasst in Lüneburg, ich kann mich hier nicht so weiterentwickeln, wie ich mir das vorgestellt habe“, begründet der Spieler seinen Entschluss.

Sportlich hat es nicht gepasst

Der 24-Jährige, den auch eine längere Verletzungspause in der Vorbereitung zurückwarf, war sportlich nicht so recht angekommen in Lüneburg. Zwar war er in allen Pflichtspielen (siebenmal Bundesliga, einmal Pokal) dabei, bekam aber zuletzt weniger Einsatzminuten als erhofft. Der gebürtiger Oldenburger machte zwar nie Stunk, im Gegenteil, er unterstützte Konkurrent Gerken und das Team. Doch mit seiner Rolle konnte er nicht zufrieden sein. Denn Dervisaj träumt von der Nationalmannschaft, nicht erst, seitdem er im vergangenen Sommer erstmals von Bundestrainer Andrea Giani zu einem Lehrgang nach Kienbaum eingeladen worden war. Statt bei der SVG aber einen Karriereschritt zu machen, tat sich Dervisaj bisher schwer und sieht nun wohl seine Ambitionen, mal das DVV-Trikot zu tragen, stark gefährdet. Als Ausweg sah er offenbar nur, seine Zelte abzubrechen.

„Wir haben uns im Trainerteam nach einer Analyse des ersten Saisonviertels entschieden, erst einmal Hannes Gerken den Vorzug zu geben – die Statistik spricht für ihn, seine Zahlen sind deutlich besser“, sagt SVG-Chefcoach Stefan Hübner zu der Trennung und ergänzt: „Allerdings war das keine Entscheidung bis Saisonende, nicht in Stein gemeißelt. Aber Leon ist damit wohl schwer klargekommen und hat das als Vertrauensentzug wahrgenommen – schade, zumal ihm sonst absolut nichts vorzuwerfen ist. Es hat nur sportlich offenbar nicht gepasst.“

Die SVG Lüneburg wünscht Leon Dervisaj alles Gute für seine Zukunft.

SPIELTAG ZUSAMMENGEFASST

Der VfB Friedrichshafen neuer Spitzenreiter, die Berlin Volleys und Herrsching punktgleich dahinter – so stellt sich die Tabellenlage in der Bundesliga nach den insgesamt sechs Partien des Wochenendes dar, wobei Frankfurt zweimal in Berlin antrat, aber nur beim VCO punkten konnte und deshalb in der unteren Tabellenregion verbleibt. Gegen die Berlin Volleys gab es keine Chance, die beendeten ihre kurze Krise nach Niederlagen in Friedrichshafen und dem Pokal-K.o. gegen KW-Bestensee mit einem ungefährdeten 3:0 gegen die Frankfurter.

Die so stark gestarteten Bisons Bühl rutschen langsam ab, verloren nach dem 2:3 gegen Giesen nun auch in Herrsching und zudem dazwischen im Pokal gegen Frankfurt. Das noch ausstehende Pokal-Viertelfinale gewann Herrsching gegen Giesen, muss damit am 10. Dezember nun bei KW-Bestensee antreten.

Die Begegnungen:

Bundesliga:

TSV Unterhaching – SVG Lüneburg 1:3

(10:25, 24:26, 25:23, 19:25)

104 Min., 0 Zuschauer

MVP: Graven – Schlien

Scorer: Topuzliev (16), J. Sagstetter (15), Zahar (10), Friedrich (7), Gehringer (5), B. Sagstetter (2), Suck, Paduretu (je 1) – Ewert (25), Peemüller (21), Thole (11), Schlien (8), Solbrig (6), Dervisaj, Lindberg (je 1)

Berlin Volleys – United Volleys Frankfurt 3:0
(25:18, 25:18, 25:17)
68 Min., 0 Zuschauer
MVP: Eder – Tsuiki
beste Scorer: Patch (17), Kessel (11), Tuia (9) – Malescha (11), Grozer, Quiroga (je 6)

TSV Giesen Grizzlys – VfB Friedrichshafen 0:3
(28:30, 19:25, 21:25)
85 Min., 0 Zuschauer
MVP: van Tilburg – Maase
beste Scorer: van Tilburg (14), Menner (9), Wagner (8) – Maase (18), Juhkami (12), Böhme (10)

WWK Volleys Herrsching – Bisons Bühl 3:1
(23:25, 26:24, 29:27, 25:21)
102 Min., 0 Zuschauer
MVP: J. Tille – Lopez
beste Scorer: Kaminski (21), Mantha (19), van der Ent (13) – Vaskelis (15), Lopez (13), Henning, Kronthaler (je 11)

VC Olympia Berlin – United Volleys Frankfurt 0:3
(20:25, 21:25, 18:25)
74 Min., 0 Zuschauer
MVP: Röhrs – Grozer
beste Scorer: Röhrs (11), Hoyer (7), John, Schulz (je 5) – Grozer (21), Baxpöhler, Malescha (je 9)

powervolleys Düren – Netzh. KW-Bestensee 3:2
(16:25, 25:16, 19:25, 25:22, 15:13)
114 Min., 0 Zuschauer
MVP: van Berkel – Ratajczak
beste Scorer: Gevert (22), B. Andrae (17), M. Andrei (11) – Westphal (16), Mönnich (14), Allik (13)

Pokal:

WWK Volleys Herrsching – TSV Giesen Grizzlys 3:0
(27:25, 25:17, 25:15)
75 Min., 0 Zuschauer
MVP: Mantha – Wagner
beste Scorer: Mantha (14), Kaminski (13), Peter (8) – Wagner (12), Seybering (8), van Tilburg (7)

NEWS AUS DER SZENE

Gruppenphase in der Champions League

Nach dem Vorgeplänkel mit zwei Qualifikationsrunden geht es in der Champions League der Männer mit der Gruppenphase nun richtig los: Von Dienstag bis Donnerstag (1. bis 3. Dezember) stehen im Pool E die Hinspiele an, beteiligt ist da mit dem VfB Friedrichshafen einer der beiden deutschen Vertreter.

Der Corona-Pandemie geschuldet, wurde der Modus überarbeitet: Statt wie sonst üblich die Viertelfinalisten bis ins Frühjahr hinein mit Hin- und Rückspielen in den jeweiligen Teilnehmerstädten zu ermitteln, wurde der Spielplan gestrafft. Gespielt wird nun pro Gruppe zwar weiterhin in Hin- und Rückspiel, aber in einem jeweils dreitägigen Turnier an einem Ort. Beispiel Pool E: Die Hinspiele finden jetzt im italienischen Trient bei Gastgeber Trentino Itas statt. Friedrichshafen eröffnet das Turnier gegen CEZ Karlovarsko/Tschechien, viertes Team ist Lokomotiv Novosibirsk/Russland.

Die Häfler richten dann vom 9. bis 11. Februar das Turnier mit den Rückspielen aus.

Die Hinspiele der anderen vier Pools finden vom 8. bis 10. und 15. bis 17. Dezember statt. Die 5 Gruppensieger sowie die 3 besten Zweiten ziehen ins Viertelfinale, geplant ab dem 23. Februar, ein.

Angreifen so wie hier konnte Michel Schlien wegen Schulterproblemen nicht, dafür machte er aber 9 direkte Blockpunkte

Blockspiel ist eine Wucht

Unterhaching wehrt sich lange

21 direkte Punkte machen Unterhaching oft ratlos

Das war schwerer als erwartet, aber die nächsten drei Punkte sind auf dem Konto: Mit einem 3:1 (25:10, 26:24, 23:25, 25:19)-Erfolg beim TSV Unterhaching, dem dritten Saisonsieg, verbesserte sich die SVG Lüneburg auf zehn Zähler und Tabellenplatz 7 – eine wieder stabilere Basis vor dem Gastspiel der Berlin Volleys in der Gellersenhalle am kommenden Wochenende.

Die LüneHünen schienen im Münchner Vorort den Gegner förmlich aus der Halle schießen zu wollen. Die bekamen im ersten Satz kein Bein auf den Boden und nach nur 20 Minuten war das ungleiche Duell für sie mit nur zehn eigenen Punkten überstanden. Vor allem die Block-Stärke der SVG, die damit neun direkte Punkte erzielte, stellte sie vor ein Rätsel nach dem anderen. Und diese Stärke spielten nicht nur die eigentlichen Spezialisten aus, daran waren auch die Außen Jordan Ewert, Konrad Thole und Richard Peemüller beteiligt.

Drei Neue in der Starting Six

Thole hatte SVG-Chefcoach Stefan Hübner nach längerer Zeit mal wieder in die Starting Six beordert. Und der bekam vom Gegner reichlich Arbeit, wurde immer wieder bei Unterhachings Service in der Annahme gefordert. Dort machte er mit 44% positiver Annahmen seine Sache ebenso gut wie im Angriff (47%, insgesamt 10 Punkte). Neu in der Anfangsformation gegenüber dem Pokalspiel gegen Friedrichshafen waren auch Zuspieler Leon Dervisaj und Dalton Solbrig im Mittelblock, wo dieses Mal Florian Krage wegen Kniebeschwerden weitgehend eine Pause bekam.

Im Eingangssatz also standen die Gastgeber auf verlorenem Posten, steigerten sich dann aber nach einigen Umstellungen durch Trainer Patrick Steuerwald enorm. Vor allem der Einsatz von Routinier Roy Friedrich (Mittelblock) zahlte sich aus (noch 7 Punkte), die Außen Jonas Sagstetter (15) und Simeon Topuzliev (16) steigerten ihre Angriffsquoten und die ohnehin aufopferungsvolle Feldabwehr veredelte in der Annahme der erst 16-jährige Libero Leonard Graven, später auch MVP beim Verlierer.

So hielten die Bayern nun das Geschehen offen, glichen beim 9:9 erstmals aus und gingen beim 20:19 sogar erstmals in Führung. Beim 23:21 winkte der Satzgewinn, doch nun gelang der SVG in der Crunchtime endlich mal das im bisherigen Saisonverlauf vermisste erfolgreiche Wendemanöver zur 2:0-Führung, unter anderem durch zwei Blocks von Michel Schlien und ein Ass von Jordan Ewert. Schlien hatte am Ende 9 Punkte auf dem Zettel, alle durch direkte Blocks. „Angreifen konnte er auch nicht, nur blocken und aufschlagen. Seit dem Mittwochspiel hatte er etwas Schulterprobleme“, erklärte Hübner diese ungewöhnliche Bilanz des späteren MVP.

Endlich mal engen Satz in der Crunchtime gewonnen

In diesem zweiten Satz war im übrigen Peemüller richtig gut ins Spiel gekommen, sammelte da fast so viele Punkte (5) wie Ewert (6), der schon zuvor mal wieder kaum zu halten war. Und ihre Ausbeute blieb auch im dritten Durchgang hoch, doch Unterhaching hielt weiter dagegen, ließ nun die SVG lange Zeit einem knappen Vorsprung hinterherlaufen. Nach der zweiten technischen Auszeit schien das Pendel wieder zugunsten der Topscorer Peemüller (insgesamt 25 Punkte) und Ewert (23) auszuschlagen, als es vom 17:17 auf 17:20 ging. Doch immer öfter war nun der SVG-Block nicht sauber, der nicht aufgebende Gegner punktete immer wieder durch Block-Aus-Aktionen und wendete beim 23:23 noch das Blatt durch zwei Asse von Topuzliev, das erste mit Hilfe der Netzkante.

In Abschnitt vier sorgten die LüneHünen dann aber schnell für klare Verhältnisse (7:2, 11:5, 16:10). Zwar kam der Gegner nochmal bis auf drei Punkte heran (19:16), doch dann zogen die Gäste noch einmal an und machten den Sack zu. „Insgesamt haben wir das sehr ordentlich gespielt“, war Hübner zufrieden. „Es hätte zwar auch 3:0 ausgehen können, aber dass man zum Schluss zwei Asse kassiert, kann schon passieren. Und schließlich waren wir personell auch etwas limitiert“, verwies er auf eingeschränkte Wechselmöglichkeiten durch die Ausfälle von Krage und weiterhin Jannik Pörner sowie den gehandicapten Schlien durch seine Schulterprobleme.

SVG: Dervisaj, Ewert, Schlien, Peemüller, Thole, Solbrig, Koslowsky; eingewechselt: Lindberg, Gerken, Krage.

Florian Krage, zuletzt mal als Diagonalangreifer eingesetzt, zeigte nun gegen Friedrichshafen wieder seine Qualitäten als Mittelblocker

Friedrichshafen muss alles geben

Klasse Leistung, aber es bleibt Frust

In Unterhaching nun die verspätete Belohnung abholen

Auch das vierte Pokalduell zwischen der SVG Lüneburg und dem VfB Friedrichshafen endete 0:3 – so knapp aber war es noch nie, und der berechtigte Frust war umso größer: 26:28, 24:26, 19:25 mussten sich die LüneHünen nach einem großartigen Auftritt im Viertelfinale geschlagen geben und können sich nun ganz auf die Punktspiele konzentrieren: In der Bundesliga geht es im dritten Teil dieser englischen Woche am Sonntag weiter beim TSV Unterhaching.

Überragender Weber stoppt fulminanten SVG-Start

Dass sich der Außenseiter einiges vorgenommen hatte, zeigte er vom ersten Ball an. Bald hieß es 6:2, doch der Rekord-Pokalgewinner blieb cool: keine Hektik, keine frühzeitige Auszeit – so treten eben Teams auf, deren Spieler schon in vielen internationalen Schlachten gestählt sind. Wenn man dann noch ein Ausnahmetalent wie Linus Weber in den Reihen hat, ist es leicht an seine Team-Qualitäten zu glauben. Der 21-jährige Nationalspieler im Diagonalangriff kam allein schon im Eingangssatz auf 8 Punkte (insgesamt 20), war auch im Service eine Macht, spielte enorm konstant, hatte am Ende eine herausragende Angriffsquote von 66% und wurde verdient MVP.

Der VfB also steckte den verpatzten Start weg, hatte beim 8:8 ausgeglichen, drehte den Spieß um (10:9), zog auf 16:12 davon, bekam aber Gegenwehr, die ihm alles abverlangte. Denn die SVG trat im Service wesentlich druckvoller und mit weniger Fehlern (nur insgesamt 11) als zuletzt auf, streute dabei auch kurze Aufschläge und Asse ein, und trumpfte im Angriff mutig und variabel mit Lobs und Pipes auf. So war das Geschehen bald wieder offen (16:16). Da vor allem Jordan Ewert gut in Spiel und 9 seiner insgesamt 15 Punkte sammelte, schien sich beim 21:19 gar eine erste kleine Überraschung zu entwickeln. Doch die Süddeutschen wehrten den drohenden Satzverlust ab und gingen in der Verlängerung mit ihrem vierten Satzball (Weber) selbst 1:0 in Führung.

Dieser Schlagabtausch auf Augenhöhe hielt auch in Satz zwei an, zumal sich nun Diagonalangreifer Richard Peemüller ins Spiel reingearbeitet hatte und beim 11:10 endlich seinen ersten Punkt machte und gleich noch nachlegte. Auch der spätere MVP Florian Krage und Viktor Lindberg, der nach seiner langen Verletzungspause sein wuchtiges Service von Spiel zu Spiel wiederfindet, kamen weiter gut durch. Auf der anderen Seite des Netzes allerdings packte Weber nochmal 8 Zähler drauf. Und ganz wichtige Punkte machte Mittelblocker Marcus Böhme, stets zur Stelle, wenn er gebraucht wurde (58% Angriffsquote).

Lange ein Schlagabtausch auf Augenhöhe

So schien der Favorit die Weichen zu stellen, als er vom 12:12 auf 12:15 stellte, doch die SVG zeigte erneut Behauptungswillen (18:18). Und in der Crunchtime lag dann der herbeigesehnte Satzgewinn, der mehr als verdient gewesen wäre, in der Luft. 23:21 stand es, die Gäste sammelten sich in zwei Auszeiten in schneller Folge und drehten das Ergebnis noch auf 24:26. „Täglich grüßt das Murmeltier“, kommentierte Chefcoach Stefan Hübner später diese Wende wie schon im ersten Satz – die es ja auch schon in einigen Matches zuvor gegeben hatte. „Da wollten wir teilweise wieder zu viel, müssen einfach cleverer werden. Das ist weiterhin ein Lernprozess, es ist jetzt die spannende Frage, wie schnell der stattfindet.“

Aber die LüneHünen gaben sich noch nicht geschlagen, gingen in Satz drei mit 12:9 in Führung, unter anderem mit einem seiner drei Asse von Hannes Gerken, der erneut als Zuspieler die Bälle gut verteilte. Zur zweiten technischen Auszeit (15:16) hatten die Häfler den Spieß umgedreht, beim 16:17 verschenkte die SVG geradezu den Ausgleich und musste die Gäste stattdessen auf 16:21 davonziehen lassen. Das war gegen diesen Top-Gegner natürlich die Entscheidung, für die er aber lange und hart kämpfen musste.

SVG: Lindberg, Schlien, Gerken, Ewert, Krage, Peemüller, Koslowsky; eingewechselt: Dervisaj, Thole.

Es ist Zeit für die nächsten drei Punkte

Nach einem Ruhetag am Donnerstag ging es für die LüneHünen zurück in den Bundesliga-Alltag. Am Sonntag (16 Uhr/sporttotal.tv) folgt das absolute Kontrastprogramm mit dem Auftritt beim TSV Unterhaching, einem Gegner, der in vielen Dingen vergleichbar ist mit dem VCO Berlin. Auch in der Münchner Vorstadt sind eine ganze Reihe von Talenten zusammengezogen worden, darunter sogar zwei 16-Jährige. Halt bekommen sie von einigen wenigen Routiniers wie Kapitän Roy Friedrich (32), schon zu früheren, erfolgreichen Erstliga-Zeiten in Unterhaching. Herausragender Spieler aber war bisher Außenangreifer Jonas Sagstetter (21), zuletzt bei den Volleys Eltmann, der sich als Führungsspieler herausgeschält hat.

Wie VCO Berlin ist auch dem in fünf Matches noch sieglosen TSV bisher nur ein Satzgewinn gelungen – der allerdings gegen Friedrichshafen. Trotzdem wehrt sich Hübner dagegen, für die SVG nun von einem Pflichtsieg zu sprechen: „Das wäre respektlos. Wir nehmen jeden Gegner ernst, wie wir das auch schon mit VCO gemacht haben. Aber wir wollen das Spiel natürlich erfolgreich gestalten.“ Dabei könnte seit Wochen mal wieder der komplette Kader zur Verfügung stehen. Mittelblocker Dalton Solbrig musste im Pokal mit Rückenbeschwerden passen, bleibt somit ein Pechvogel nach seiner Ausfall-Geschichte schon zuvor. Diagonalangreifer Jannik Pörner steht nach seinem Bänderriss im Knöchel wieder im Training, war am Mittwoch sogar schon beim Aufwärmen (inklusive Sprüngen) dabei.

POKAL-VIERTELFINALE ZUSAMMENGEFASST

Sensationelles Aus für den Cup-Verteidiger: Die Berlin Volleys mussten im Pokal-Viertelfinale gegen die Netzhoppers KW-Bestensee trotz 2:0-Satzführung und zwei Matchbällen im dritten Abschnitt und trotz enormen 35 Punkten von Diagonalangreifer Benjamin Patch die Segel streichen. Der Gegner der Netzhoppers, die schon in der Runde zuvor gegen Düren ein 0:2 in ein 3:2 verwandelt hatten, wurde am späten Donnerstagabend zwischen Herrsching und Giesen ermittelt.

Friedrichshafen gegen Frankfurt heißt das zweite Halbfinale am 10. Dezember.

Die bisherigen Begegnungen:

SVG Lüneburg – VfB Friedrichshafen 0:3
(26:28, 24:26, 19:25)
88 Min., 0 Zuschauer
MVP: Krage – Weber
Scorer: Ewert (15), Krage (11), Lindberg, Peemüller (je 7), Schlien (5), Gerken (3) – Weber (29), Juhkami, Böhme (10), Fiel, Marechal (je 8), Vincic (4)

Berlin Volleys – Netzhoppers KW-Bestensee 2:3
(25:22, 25:23, 24:26, 18:25, 13:15)
130 Min., 0 Zuschauer
MVP: Patch – Westphal
beste Scorer: Patch (35), Michelucci, Tuia (je 11), Kessel (10) – Westphal, Mönnich (je 19), Allik (11), Goralik (10)

Bisons Bühl – United Volleys Frankfurt 1:3
(25:23, 21:25, 23:25, 24:26)
106 Min., 0 Zuschauer
MVP: Lopez – Quiroga
beste Scorer: Vaskelis, Lopez (je 17), Kronthaler (12) – Malescha (25), Grozer (12), Baxpöhler (10)

NEWS AUS DER LIGA

Im Free-TV wird an diesem Sonnabend um 18 Uhr live auf Sport1 das Spiel der Berlin Volleys gegen die United Volleys Frankfurt übertragen – da die SVG erst am Sonntag spielt, eine gute Gelegenheit, drei ehemalige LüneHünen in Augenschein zu nehmen: Cody Kessel, Anton Brehme (beide Berlin) und Noah Baxpöhler (Frankfurt). Und: Am nächsten Wochenende tritt Berlin in Reppenstedt an.

Mit dieser positiven Energie, die hier Hannes Gerken, Dalton Solbrig und Tyler Koslowsky zeigen, sind die LüneHünen gleich viel stärker

Pokal-Viertelfinale

Dieses Highlight weckt Erinnerungen

Friedrichshafen kommt euphorisiert vom 3:0 gegen Berlin

SVG Lüneburg gegen VfB Friedrichshafen: Das ist gerade im Pokal eine besondere Geschichte. Wer erinnert sich nicht an die Finals 2015 in Halle/Westfalen und 2019 in Mannheim, jeweils vor tausenden von Zuschauern? Beide Male waren die LüneHünen zwar chancenlos, wie auch beim Viertelfinale in der Saison 2017/18 am Bodensee, und verloren stets 0:3. Dennoch ist natürlich auch die Neuauflage an diesem Mittwoch (19 Uhr) in der Corona bedingt verwaisten Gellersenhalle ein Highlight – wieder zu sehen im kommentierten Stream auf sporttotal.tv.

Weg ins Endspiel kurz wie noch nie

Auch jetzt sind die Kräfteverhältnisse wieder klar. Die Süddeutschen kommen als haushohe Favoriten. Sollte es im SVG-Lager oder bei den Fans Träume von einer Überraschung gegeben haben, bekamen die wohl am Wochenende einen herben Dämpfer. Da entzauberten die Häfler zur Einweihung ihrer neuen Arena auf dem Messegelände die Berlin Volleys mit 3:0. Doch ebenso wie dieses überraschend deutliche Statement werden im Sport manchmal völlig unerwartete Geschichten geschrieben. Daran denkt wohl auch SVG-Chefcoach Stefan Hübner, wenn er zu den Erfolgsaussichten gegen den VfB bemerkt: „Im Pokal gibt es, wenn man weiterkommen will, nur eins: gewinnen. Man tritt in jedem Spiel an, um zu gewinnen. Und zudem war der Weg ins Finale noch nie so kurz wie in dieser Saison…“

In der Tat sind bis zur Rückkehr nach Mannheim „nur“ zwei Siege nötig. Die Erstligisten sind nach neuem, der Covid-19-Pandemie angepasstem Modus in dieser Saison unter sich, unterklassige Teams blieben außen vor. Der Gewinner aus SVG – VfB hätte dann auch im Halbfinale am 10. Dezember Heimrecht gegen den Sieger aus Bisons Bühl – United Volleys Frankfurt. Träume sind ja nicht verboten und haben mit der Realität auch meistens nicht viel zu tun…

Die Realität ist, dass Friedrichshafen wieder einen exquisiten, hoch interessanten 14er-Kader beisammen hat und wohl auch mit komplettem Team anreist, nachdem Libero Markus Steuerwald gerade zum zweiten Mal Vater geworden ist und nicht mehr auf heißen Kohlen sitzt. Speziell wegen dieses anstehenden freudigen Ereignisses hatten die Häfler im Saisonverlauf ja noch einen zweiten Libero im US-Amerikaner Avery Aylsworth verpflichtet, nachdem zuvor für den Notfall Co-Trainer Thomas Ranner für diesen Zusatz-Job auf dem Spielberichtbogen stand.

Exquisiter 14er-Kader voll großer Namen

Der neue Zuspieler Dejan Vincic, zweimal Vize-Europameister mit Slowenien, lenkt jetzt das Spiel, im Außenangriff spielt mit Nicolas Marechal ein französischer Europameister. Im Mittelblock gönnt sich der VfB den Luxus mit vier hochkarätigen Zugängen, nachdem spät noch Marcus Böhme dazukam, der schon 270 Mal das DVV-Trikot trug und ebenso ein Weltenbummler ist wie die Vorgenannten. Und im Diagonalangriff konkurrieren die deutschen Jung-Nationalspieler Linus Weber und Lukas Maase wie auch beim Bundestrainer im Verein um Einsatzzeiten. Und das ist nur ein Teil-Blick auf das Aufgebot.

„Natürlich hat der VfB eine sehr gute Mannschaft. Aber wenn wir so fighten wie gerade gegen Düren, wieder dieses Gesicht zeigen, haben wir in jedem Spiel unsere Chancen – ob das dann auch zu einem Sieg reicht, weiß ich natürlich nicht“, setzt Hübner darauf, dass seine Mannen zumindest mit der gleichen Dynamik und Aggressivität das Spielfeld beackern und wieder so eine positive Energie ausstrahlen. Hilfreich wären dann dazu sicher eine bessere Aufschlagquote und insgesamt mehr Konstanz.

Die weiteren Spiele: Berlin Volleys – Netzhoppers KW-Bestensee (Mittwoch, 19.30), WWK Volleys Herrsching – TSV Giesen Grizzlys (Donnerstag, 20.00).

SPIELTAG ZUSAMMENGEFASST

Im zerrissenen Bundesliga-Spielplan standen nur drei Begegnungen auf dem Programm, aber die hatten es in sich: Die bisher stets siegreichen Bisons Bühl kassierten ihre erste Niederlage nach einer 2:0-Führung gegen Giesen, sind aber dennoch wieder Tabellenführer, weil die Berlin Volleys das ewig junge Gigantenduell in Friedrichshafen glatt mit 0:3 verloren und so von der Spitze stürzten. Am kommenden Wochenende – nach dem Intermezzo im Pokal-Viertelfinale – stehen dann sechs Matches an: Frankfurt spielt zweimal, bei den Berlin Recycling Volleys (18 Uhr, live im Free-TV auf Sport1) und tags darauf beim VCO Berlin.

Die Begegnungen:

SVG Lüneburg – powervolleys Düren 1:3
(20:25, 23:25, 25:22, 23:25)
115 Min., 0 Zuschauer
MVP: Solbrig – Broshog
Scorer: Ewert (16), Peemüller (15), Solbrig (13), Lindberg (9), Krage (7), Schlien (3), Gerken (2), Craft (1) – Gevert (23), Broshog, B. Andrae (je 13), Ernastowicz (12), M. Andrei (7)

VfB Friedrichshafen – Berlin Volleys 3:0
(26:24, 25:20, 25:22)
83 Min., 0 Zuschauer
MVP: Juhkami – Kessel
beste Scorer: Weber (17), Juhkami (16), Böhme (9) – Tuia (13), Patch (11), Kessel (7)

Bisons Bühl – TSV Giesen Grizzlys 2:3
(28:26, 25:17, 19:25, 21:25, 10:15)
123 Min., 0 Zuschauer
MVP: Stöhr – Wagner
beste Scorer: Lopez (23), Kronthaler (16), Vaskelis, Henning (je 10) – van Tilburg, Wagner (je 20), Menner (17), Mayaula (14)

NEWS AUS DER LIGA

Bei den Berlin Volleys fällt nach Zuspieler Sergey Grankin (Muskelfaserriss in der Wade) auch Außenangreifer Timothee Carle vorerst aus. Der Franzose zog sich im Training einen Faserriss in der Bauchmuskulatur zu, fehlte schon beim 0:3 in Friedrichshafen. Als Ersatz-Zuspieler hinter Pierre Puyol wurde für den Notfall, der im Sommer 2019 abgetretene Sebastian Kühner reaktiviert.

Improvisieren mussten am vergangenen Donnerstag die Volleys Herrsching vor ihrem Auftritt bei VCO Berlin. Libero Ferdinand Tille, tags zuvor beim 3:2 in Bestensee noch dabei, reiste ab, weil seine hochschwangere Freundin unmittelbar vor der Geburt stand – Tille schaffte es noch rechtzeitig. Libero beim 3:1 gegen VCO spielte Außenangreifer Jori Mantha.

Nach viel Pech mit Verletzungs- und Krankheitspausen ist der neue Mittelblocker jetzt voll dabei und machte gegen Düren 13 Punkte

Routiniers cleverer

So macht die SVG mehr Spaß

Gute Leistung nicht wenigstens mit Teilerfolg belohnt

So wollen die Fans ihre LüneHünen sehen, so sind auch Niederlagen zu verschmerzen: Keinen Ball verloren gebend, stemmte sich die SVG den powervolleys Düren entgegen, musste aber nach 115 Minuten Spielzeit beim 1:3 (20:25, 22:25, 25:22, 23:25) erneut eine Heimniederlage quittieren. Denn leider hatte eine erhebliche Leistungssteigerung gegenüber dem faden Auftritt zuvor in Herrsching noch keine Auswirkung auf das Endergebnis, obwohl ein Teilerfolg allemal verdient gewesen wäre. Doch in einem spannenden Schlagabtausch zwischen Youngstern und Routiniers warfen die Gäste erfolgreich ihre große Routine in die Waagschale und verbesserten sich mit ihrem vierten Drei-Punkte-Sieg in Serie auf Rang zwei.

Starting Six zur Hälfte verändert

Mit einer ganz anderen Körpersprache traten die Mannen um die Kapitäne Michel Schlien und Tyler Koslowsky auf, zeigten wieder den bekannten SVG-Spirit, den nicht nur Chefcoach Stefan Hübner immer sehen will. „Wir wollten vom ersten bis zum letzten Ball fighten, damit wir uns in der Kabine anschließend in die Augen gucken können. Das haben die Jungs gezeigt. Wir sind so aufgetreten, wie wir uns es vorgenommen haben, und so muss das immer sein. Dann haben wir in jedem Spiel unsere Chance“, freute er sich.

Zu diesem Wandel hatte Hübner mit gleich drei Personalwechseln einen wichtigen Baustein hinzugefügt. In der Starting Six standen Zuspieler Hannes Gerken und Außenangreifer Will Craft, die sich im dritten, viel besseren Satz in Herrsching empfohlen hatten. Zudem konnte erstmals Sommer-Neuzugang Dalton Solbrig sein Potenzial zeigen, nachdem er zuvor durch eine Verletzung und zwei Krankheiten immer wieder ausgebremst wurde und nur Kurzeinsätze hatte. Und der Mittelblocker legte ein großes Match hin: überragende 8 direkte Blockpunkte, plus 5 Angriffspunkte bei 6 Versuchen (83% Erfolgsquote), somit 13 Zähler insgesamt = MVP, so lautete am Ende die Gleichung.

Dazu trug wesentlich bei, dass Gerken erneut gut zuspielte und im Aufschlag druckvoll und oft mit Wirkung agierte. Er setzte auch die Angreifer immer wieder erfolgreich in Szene, so Jordan Ewert, mit 16 Punkten bester Scorer, später Viktor Lindberg (9), anfangs aber vor allem Richard Peemüller – der Diagonale sammelte 8 seiner 15 Zähler im Eingangssatz. Dem setzte allerdings Dürens Diagonaler Sebastian Gevert, derzeit Topscorer der Liga, 10 entgegen (23 gesamt). Die Hausherren gingen das Match wild entschlossen an und hielten Satz eins über die Zwischenstände 6:5, 6:8, 10:10, 14:16 und 18:19 bis zur Crunchtime offen. Dann allerdings zog Düren nicht zuletzt dank Gevert, der auch zwei Netzroller einstreute, auf 18:22 davon und holte sich diesen Satz somit auch durch eine Portion Glück, denn auch das 20:25 von Björn Andrae kam mit Hilfe der Netzkante zustande.

Dalton Solbrig blockt nicht nur sich in Stimmung

Abschnitt zwei begann spektakulär, beim 3:0 blockte Solbrig gleich dreimal die Gegner und ließ sich feiern, als ihm Koslowsky in die ausgebreiteten Arme sprang. Wenig später der nächste emotionale Ausbruch bei Solbrigs Monsterblock gegen Gevert (5:1), in Vor-Corona-Zeiten wäre nun in der Gellersenhalle die Hölle los gewesen. Jedoch: Den powervolleys-Routiniers nimmt so etwas nicht die Power. Gevert, unter anderem mit zwei Assen, und Andrae stellten bis zur ersten technischen Auszeit auf 7:8, bald führten die Gäste sogar klar (7:10, 13:16).

Beim 14:19 steuerte Hübner mit der Einwechselung von Viktor Lindberg (für Craft) gegen, wenig später kamen Zuspieler Leon Dervisaj und Florian Krage – der eigentliche Mittelblocker jedoch als Diagonalangreifer (für Peemüller). Die Änderungen hätten fast noch durchschlagende Wirkung gehabt. Krage punktete noch drei-, Lindberg zweimal, der Schwede u.a. zum 22:22. Doch wieder einmal Gevert schlug zurück, 0:2. Die Variante mit Diagonalangreifer Krage erklärte Hübner später so: „Die Idee war, wieder eine Alternative zu Richie Peemüller zu haben, da ja Jannik Pörner noch verletzt ist. Und Flo auf dieser Position haben die Gegner noch nicht auf dem Zettel. Er hat das richtig gut gelöst.“

0:2 also, aber die SVG zeigten unbedingten Behauptungswillen – auch, obwohl Gevert zu Beginn von Satz drei erneut mit einem Ass per Netzroller glücklich erfolgreich war (2:4) und auch, obwohl das eigene Service, schon in Abschnitt zwei fehlerhafter geworden, in der Qualität weiter nachließ. Der Aufschlag war generell, wie schon oft zuvor, ein Manko. 22 Fehler lassen noch einige Trainingsarbeit erwarten., besonders bei Solbrig, der 6 seiner 10 Versuche versemmelte. „Wir wollten aggressiv auftreten, dazu gehört auch der Aufschlag. Aber diese Fehlerquote war denn doch zu groß“, gefiel das auch Hübner nicht.

Dennoch kämpfte sich die SVG zurück, weil sie keinen Ball verloren gab und einige Male spektakulär rettete. Und weil Solbrig ebenso wie Ewert, Lindberg und Peemüller fleißig punkteten, was Hübner auch öfter mal ein Lächeln ins Gesicht zauberte. Aus einem 6:8 und 14:16 zu den technischen Auszeiten wurde so erst ein 19:18, dann ein 21:18, was Dürens Trainer Rafal Murczkiewicz mit zwei Auszeiten unmittelbar hintereinander vergeblich zu verhindern suchte. Ewert sorgte schließlich mit verwandeltem Satzball für einen vierten Durchgang.

„Das muss jetzt die Basis sein“

Sollte da noch etwas gehen? Die LüneHünen versuchten alles, Gerken packte sogar zwei Asse aus, und nun griff Hübner zu zwei Auszeiten in schneller Folge: als aus einem 10:8 erst ein 10:11, dann ein 10:13 wurde. Das wirkte zunächst (12:13), doch die Gastgeber ließen wieder abreißen (17:22). Von Resignation war dieses Mal aber keine Spur. Inzwischen waren Krage und Dervisaj wieder zurück, und der Aushilfs-Diagonale Krage machte es mit vier Punkten noch einmal spannend. Beim 22:23 lag der Tiebreak in der Luft, Gevert dort und Lindberg hier stellten auf 23:24, dann wurde Krage bei seinem nächsten Angriff geblockt – Aus. Dennoch: „Wenn wir so auftreten, haben wir in jedem Spiel eine Chance, das muss jetzt die Basis sein“, lobte Hübner den wiederbelebten Spirit.

SVG: Gerken, Ewert, Solbrig, Peemüller, Craft, Schlien, Koslowsky; eingewechselt: Lindberg, Dervisaj, Krage.

Eine Bauchlandung legten die LüneHünen um Tyler Koslowsky in Herrsching hin, nun gilt es für die SVG, wieder aufzustehen

Youngster gegen Routiniers

Suche nach dem alten Spirit

SVG will neue Power gegen die powervolleys zeigen

Die neu formierte Mannschaft der LüneHünen ist nach den ersten Saisonwochen immer noch in der Findungsphase – und da sind schmerzhafte Erfahrungen ein Teil der Entwicklung, zumal, wenn der Kader erheblich verjüngt wurde. Aber: Gerade bei der SVG Lüneburg sind Kampfgeist und Behauptungswillen fester Bestandteil der DNA, sich nahezu ohne Gegenwehr einem Kontrahenten zu ergeben gehört nicht zum Matchplan. Der typische Spirit fehlte zuletzt weitgehend beim 0:3 in Herrsching. Dieser Spirit soll nun wieder deutlich zu sehen sein, wenn am Sonnabend (19 Uhr) die powervolleys Düren in die Gellersenhalle kommen, auch wenn Fans nach wie vor als Rückenstärkung nicht erlaubt sind.

Enttäuschenden Auftritt ausführlich analysiert

„Natürlich können wir so nicht auftreten, die Art und Weise muss definitiv eine andere sein“, bekräftigt auch Chefcoach Stefan Hübner noch einmal. „Aber bei aller Kritik darf man auch nicht vergessen, dass nicht alles schlecht war. Wie die Mannschaft im dritten Satz aufgetreten ist war gut, und auch, dass wir Leute gefunden haben, die es besser gemacht haben als die, die vorher auf dem Feld standen“, stellt der Coach die Leistungen der eingewechselten Will Craft und Hannes Gerken heraus. Und auch Richard Peemüller, mit 20 Punkten bester Scorer, zählt natürlich dazu, „er muss nur noch cleverer und geduldiger werden“, so der Trainer. Gelegenheit dazu besteht schon jetzt, denn Jannik Pörner fehlt weiterhin (Bänderriss).

Die ersten beiden Sätze in Herrsching wurden natürlich „ausführlich aufgearbeitet, wie wir das immer tun“, berichtet Hübner und erzählt von vielen Gesprächen – einzeln, in Kleingruppen und schließlich mit dem gesamten Kader. Dies aber ohne Schuldzuweisungen und ohne mit dem Finger auf andere zu zeigen. „Es ging mehr darum, wie man sich gegenseitig hilft, wie man das Team dahin bringt, dass es gut performt.“ Insgesamt sei er sehr zufrieden mit den abgelaufenen Prozessen: „Das war eine gute Woche, wir haben gut mit dem Ball und auch körperlich hart gearbeitet – die Grundlage für ein besseres Spiel.“

Das wird auch nötig sein, die nächsten Wochen werden klarer machen, wohin der Weg in dieser Saison geht. Schließlich kommen im Dezember noch die Hochkaräter Berlin Volleys und Friedrichshafen, das auch schon am kommenden Mittwoch zum Pokal-Viertelfinale in Reppenstedt gastiert. Und auch jetzt Düren wird eine harte Nuss. Die Gäste spielten bis auf eine Ausnahme bisher überzeugend, schlugen in den letzten drei Spielen Frankfurt (3:1), Friedrichshafen (3:0) und Giesen (3:0) klar und verlangten zum Saisonauftakt auch den Berlin Volleys in drei engen Sätzen alles ab (0:3). Die Ausnahme war das Pokal-Achtelfinale: 2:3 nach 2:0-Satzführung bei KW-Bestensee.

14er-Kader mit vielen guten Wechseloptionen

Insgesamt haben die powervolleys einen 14er-Kader inklusive dem Luxus von vier Mittelblockern zur Verfügung, der zum großen Teil schon seit Jahren zusammenspielt. In dem bekommt inzwischen aber von den vielen Routiniers auch immer mal wieder einer eine Verschnaufpause. So setzten schon die Mittelblocker Tim Broshog und Michael Andrei aus, und auch Oldie Björn Andrae (Außenangriff) und zuletzt sogar Libero Blair Bann waren schon in der Zuschauerrolle. Unverzichtbar scheinen nur Zuspieler Tomas Kocian und der Diagonale Sebastian Gevert, der im Ranking der Topscorer vorne liegt. Immer besser wird aber auch Youngster Tobias Brand (22), der 2019/20 zum Aufsteiger der Saison gewählte Außenangreifer mit hoher Qualität in der Annahme.

„Sie haben viele gute Wechselmöglichkeiten, auch, wenn es mal nicht so läuft“, weiß Hübner. „Aber wir müssen auf uns schauen. Wenn wir das Niveau wie im dritten Satz in Herrsching oder in den Spielen zuvor erreichen, kann das ein ganz enges Match werden. Dazu braucht es vor allem eine gute Aggressivität“, redet er seinen Mannen noch einmal ins Gewissen.

NEWS AUS DER LIGA

Zwei vorgezogene Bundesligaspiele standen in dieser Woche auf dem Programm, Herrsching gastierte in Berlin bei VCO und vor den Toren der Hauptstadt in Bestensee und nahm insgesamt xx Punkte mit zurück in die Heimat.

Netzh. KW-Bestensee – Volleys Herrsching 2:3 (25:15, 22:25, 25:22, 17:25, 11:15)
118 Min., 0 Zuschauer
MVP: Keturakis – Mantha
beste Scorer: Mönnich (14), Allik (13), Keturakis, Weir (je 10) – Kaminski (15), Illic, Mantha (je 13)

VC Olympia Berlin – Volleys Herrsching 1:3 (25:22, 19:25, 23:25, 18:25)
109 Min., 0 Zuschauer
MVP: John – J.Tille
beste Scorer: John (23), Röhrs (18), Hoyer (7) – Kaminski (23), Peter (17), van der Ent (13)

IN EIGENER SACHE

Seit 2 Monaten läuft nun unsere Aktion #MeinPlatz, und von Woche zu Woche haben sich mehr Fans ihren virtuellen Platz in der Gellersenhalle gesichert. Diese Unterstützung ist einfach klasse und sucht in der Liga ihresgleichen!!!

Wegen des stetig anhaltenden Interesses und der vermutlich andauernden Geisterspiele haben wir uns entschlossen, die Aktion #MeinPlatz bis zum Jahresende zu verlängern. Ihr habt also weiterhin die Möglichkeit, durch einen „Pappkameraden“, bedruckt mit Eurem Konterfei, einen Standort am Spielfeld zu ergattern und am Gewinnspiel teilzunehmen.

Die mit #MeinPlatz verbundene Verlosung wird nunmehr im Heimspiel am 27. Dezember gegen Frankfurt stattfinden.

APPdate

Wusstest du schon…
…dass wir unsere 3000 Instagram-Follower mit einer Verlosung auf Instagram und in der SVG Fan App feiern?

Ab Samstag habt Ihr die Chance, ein Trikot von LüneHünen-Zuspieler Leon Dervisaj mit Unterschriften des ganzen Teams zu gewinnen! Ihr müsst nur eine kleine Frage beantworten. Schaut einfach ab Samstagabend in die App oder auf unsere Instagram-Seite und sichert Euch die doppelte Gewinn-Chance!

 

Die neue Heimat des VfB Friedrichshafen - Die umgebaute Zeppelin CAT Halle A1 auf dem Messegelände

Premiere in neuer Halle

Bundesliga-Hit wirft Schatten voraus

Friedrichshafen heiß auf Heimspiel gegen Berlin Volleys

Wie stark sind die Berlin Volleys wirklich in dieser Saison? Der vermeintlich übermächtige amtierende Meister, der ja kürzlich zum ersten Mal nach 18 Monaten wieder ein Bundesligaspiel verloren hat (1:3 in Bühl), steht am kommenden Sonnabend auf dem Prüfstand, wenn es zum ewigen Rivalen VfB Friedrichshafen geht.

Beim Hauptstadtclub regiert derzeit Understatement. „Unser Spiel läuft weiterhin nicht wirklich rund. Wir sind etwas vom Pech verfolgt, quasi jede Woche fällt ein neuer Spieler aus. Mir macht es Sorgen, dass wir nie über mehrere Wochen hinweg mit dem kompletten Kader trainieren konnten. Deswegen sind wir noch lange nicht im gewünschten Rhythmus. Der müsste aber langsam kommen, um das schwere Programm der kommenden Wochen gut bewältigen zu können,“ wird Manager Kaweh Niroomand zitiert. Der sieht die Spieler in der Corona-Krise auch ganz besonders gefordert: „Die komplette Situation zerrt zusätzlich an den Nerven. Da auch mental immer 100 Prozent abrufen zu können, ist eine große Herausforderung. Deswegen glaube ich, dass es eine Saison der Zufälle wird.“

Auch am Bodensee läuft es noch nicht wirklich rund. Nach vier Spielen und vielen Trainingseinheiten in der Fremde wird der Hit gegen Berlin für die Häfler nun aber die Heimpremiere. Seit diesem Montag trainieren sie in ihrer neuen Spielstätte Zeppelin CAT Halle A1, die in den letzten Wochen auf dem Messegelände umgerüstet wurde, nachdem die ZF Arena Ende September – wie berichtet – für immer geschlossen worden war. Zuschauer sind in der neuen Arena im Lockdown light natürlich (noch) nicht zugelassen, das Match wird aber am Sonnabend ab 14 Uhr auf Sport1 live im Free-TV übertragen.

SPIELTAG ZUSAMMENGEFASST

Kräftig durcheinander gerüttelt wurde die Bundesliga-Tabelle durch das ungewohnt umfangreiche 7-Spiele-Programm am Wochenende mit je zwei Auftritten der Giesen Grizzlys, der Netzhoppers KW-Bestensee und des VCO Berlin.

Den vierten Sieg beim vierten Auftritt feierte Bühl in Bestensee, musste aber die Tabellenspitze wegen des schlechteren Satzverhältnisses dennoch an die Berlin Volleys abgeben, die auch ohne den verletzten Zuspieler Sergey Grankin (Wade) und ohne den noch geschonten Mittelblocker Anton Brehme (genesen nach Knie-Reizung) 3:0 gegen Giesen gewannen. Auf Platz 3 kletterte Düren mit einem 3:1 im Topspiel gegen Frankfurt, obwohl mit Libero Blair Bann und Mittelblocker Tim Broshog zwei Stützen fehlten. Aber Diagonalangreifer Sebastian Gevert war „on fire“, punktete satte 29 Mal. Und Frankfurt hatte im Außenangriff erneut Probleme: Tim Grozer und Youngster Ben Bierwisch fehlten, der Diagonale Daniel Malescha musste wieder aushelfen.

Überraschung des Wochenendes war der Satzverlust von Friedrichshafen beim 3:1-Sieg in Unterhaching mit seinem Team der Youngster, in dem der 16-jährige Libero Leonard Graven MVP war. Dennoch konnten es sich die Häfler leisten, Spieler wie Marcus Böhme und Nehemiah Mote ganz und andere Stars teilweise auf der Bank zu lassen.

Am Mittwoch und Donnerstag stehen schon die nächsten beiden Matches bevor, dann tritt Herrsching erst bei KW-Bestensee und tags darauf bei VCO Berlin an.

Die Begegnungen des Wochenendes:

WWK Volleys Herrsching – SVG Lüneburg 3:0
(25:17, 25:17, 33:31)
82 Min., 0 Zuschauer
MVP: J.Tille – Peemüller
Scorer: Kaminski, Mantha (je 12), Peter (11), Illic (10), van der Ent, J.Tille (je 6) – Peemüller (20), Craft (8), Schlien (7), Ewert (5), Lindberg (4), Krage (3), Dervisaj (1)

VC Olympia Berlin – TSV Giesen Grizzlys 0:3
(13:25, 15:25, 17:25)
70 Min., 0 Zuschauer
MVP: Röhrs – van Tilburg
beste Scorer: Röhrs (9), Frohberg, Hoyer, John (je 4) – van Tilburg, Wagner (je 12), Eshenko (8)

Netzhoppers KW-Bestensee – Bisons Bühl 1:3
(23:25, 25:22, 21:25, 23:25)
116 Min., 0 Zuschauer
MVP: Westphal – Vaskelis
beste Scorer: Westphal (21), Allik (13), Weir (8) – Vaskelis (20), Kronthaler (17), Lopez (16)

Berlin Volleys – TSV Giesen Grizzlys 3:0
(25:15, 25:21, 25:21)
70 Min., 0 Zuschauer
MVP: Carle – Kapur
beste Scorer: Carle, Patch (je 17), Tuia (10) – Mayaula (10), Wagner (9), Menner (8)

TSV Unterhaching – VfB Friedrichshafen 1:3
(20:25, 25:20, 18:25, 13:25)
93 Min., 0 Zuschauer
MVP: Graven – Maase
beste Scorer: Zahar (17), J.Sagstetter (16), Topuzliev (10) – Maase (14), Fiel (13), Juhkami (12)

Netzhoppers KW-Bestensee – VCO Berlin 3:0
(25:22, 25:13, 25:21)
74 Min., 0 Zuschauer
MVP: Timmermann – Schulz
beste Scorer: Mönnich (16), Westphal (12), Timmermann (11) – Schulz (10), Hoyer (7)

powervolleys Düren – United Volleys Frankfurt 3:1
(25:14, 18:25, 25:16, 25:21)
98 Min., 0 Zuschauer
MVP: Gevert – Tsuiki
beste Scorer: Gevert (29), Brand (16), van Berkel (10) – Malescha (14), Quiroga (12), Schöps (10)

NEWS AUS DER SZENE

In der Champions League steht nun auch der vierte und letzte Gruppengegner der Berlin Volleys fest. Jastrzebski Wegiel aus Polen setzte sich in der 2. Qualifikationsrunde gegen Kaposvar (Ungarn) und Galati (Rumänien) jeweils mit 3:0 durch. Zuspieler bei den Polen ist seit Jahren Deutschlands Kapitän Lukas Kampa. Im anderen Pool der 2. Qualifikationsrunde buchte Trentino Itas/Italien das Ticket für die Gruppenphase.

Der frühere LüneHüne Ryan Sclater hat mit Montpellier UC das Achtelfinale im CEV-Cup erreicht, steuerte im Rückspiel des 16tel-Finals bei Mladost Zagreb starke 23 Punkte zum 3:1-Erfolg bei. Das Hinspiel ging kampflos an die Franzosen.

Watschn in Bayern

Fehlerquote viel zu hoch

Zwei Sätze lang enttäuschender Auftritt in Herrsching

Mit so einer Vorstellung hätten die LüneHünen am vergangenen Wochenende wahrscheinlich nicht einmal gegen die Youngster vom VC Olympia Berlin gewonnen, so ein Auftritt reicht erst recht nicht gegen die besseren Teams der Bundesliga. Eine 0:3 (17:25, 17:25, 31:33)-Watschn holte sich die SVG in Bayern bei den WWK Volleys Herrsching ab und ließ dabei ungute Erinnerungen wach werden an die triste Niederlagenserie im Februar und März.

„Das ist nicht der Volleyball, den wir spielen wollen. Man kann verlieren, aber nicht so. Darüber müssen wir nochmal reden – aber intern“, stieg Chefcoach Stefan Hübner angefressen in den Bus gen Heimat und verkniff sich eine öffentliche Manöverkritik. Zugeben musste er aber: „Es gab nicht viel Positives, außer natürlich den dritten Satz.“ Da rafften sich seine Mannen in der Tat noch einmal zu einer Energieleistung auf und hätten auch Ergebniskosmetik betreiben können. Ein vierter Satz, geschweige denn ein Punkt oder gar zwei wären allerdings nach dem Gebotenen zuvor nicht verdient gewesen.

Peemüller vertritt verletzten Pörner gut

Waren die Duelle in diesem Nord-Süd-Vergleich zuvor meist hoch emotional, eng und lang – zwei 3:2-Siege der SVG am Ammersee zuletzt – so war diese Neuauflage eine erstaunlich klare Angelegenheit zugunsten Herrschings, das rundum überzeugte und die vielen Fehler der SVG konsequent nutzte. Und das ohne die „Punktemaschine“ Jalen Penrose, in der letzten Saison Nummer 2 der Bundesliga-Topscorer. Der Diagonalangreifer hatte sich im Training eine Bänderverletzung zugezogen. Gleiches Pech hatte auf SVG-Seite Jannik Pörner, bisher bester Scorer seines Teams: Bänderriss im linken Sprunggelenk, drei bis vier Wochen Pause.

So hatte Neuzugang Richard Peemüller seine erste große Bewährungschance – und nutzte sie mit 20 Punkten (62% Erfolgsquote seiner Angriffe). Erstmals in dieser Saison stand zudem Viktor Lindberg in der Starting Six. Doch von Beginn an gaben die Süddeutschen den Ton an, auch, weil Penrose-Vertreter Jonas Kaminski, bisher meist nur zu Aufschlägen eingesetzt, heiß lief. Schnell hieß es im Eingangssatz 7:3 und 13:7, Hübner versuchte mit zwei Auszeiten vergeblich gegenzusteuern. Zu fehlerhaft war sein Team in der Annahme und im Service, das auch öfter mal meilenweit ins Aus ging…

Da zudem der Block löchrig oder einfach zu spät dran war, nahm das Unheil weiter seinen Lauf. Einzig erfreulich war, dass Peemüller recht gut ins Spiel fand (6 Punkte). Doch das war zu wenig, um Herrsching, das auch erfolgreich blockte, zu erschüttern. Und dieses Geschehen hielt auch in Durchgang zwei an. Schon beim 6:2 nahm Hübner seine erste Auszeit, nach der ersten technischen Auszeit (8:2) durfte Hannes Gerken als Zuspieler für den Ex-Herrschinger Leon Dervisaj aufs Feld, nach dem 14:6 folgte Will Craft für Jordan Ewert, der in Annahme und Angriff einen gebrauchten Abend erwischt hatte.

Die Wechsel brachten zunächst wenig, die Fehlerquote blieb hoch und enthielt selbst zweimal einen Übertritt beim Aufschlag. Bei den LüneHünen gingen immer mehr die Köpfe runter, aber vor allem Craft stemmte sich dagegen, stabilisierte die Annahme, war sicher im Aufschlag und punktete viermal. Aber selbst im Block, der sonstigen SVG-Stärke, war der Gegner besser. So wuchs der Abstand bis auf zehn Punkte (19:9), schnell war das 2:0 perfekt.

Energieleistung im dritten Satz zu spät

Den dritten Satz ließ dann die SVG aber nicht mehr einfach über sich ergehen, sondern bäumte sich nach erneut schnellem, klaren Rückstand und erster Hübner-Auszeit (7:3) auf. Der erwachte Kampfgeist brachte die Gäste nach klaren Rückständen mehrmals wieder heran, beim 21:21 gelang endlich der Ausgleich, mit dem 23:22 durch den nun gut blockenden Schlien die erste Führung überhaupt in diesem Match. Auch Craft war regelmäßig erfolgreich, vor allem, aber Peemüller war nun nicht mehr zu halten, machte 11 seiner 20 Punkte in diesem Durchgang.

Zwei Satzbälle erarbeiteten sich die Gäste, prompt folgte aber der Aufschlagfehler – satte sieben waren es am Ende. Aber auch Herrsching leistete sich nun Fehlaufschlag auf Fehlaufschlag und brauchte so sieben Matchbälle, um den Sieg einzutüten. „Schade, am Ende waren wir nicht clever genug“, bedauerte Hübner, dass seine Mannen nicht einen vierten Abschnitt herausholten. „Wir hatten uns ganz gut wieder reingewühlt ins Spiel und hätten vielleicht sogar noch etwas aus Herrsching mitnehmen können.“ Das hätte jedoch unverdient die erste Stunde dieses 81-Minuten-Matches geschönt.

SVG: Lindberg, Schlien, Peemüller, Ewert, Krage, Dervisaj, Koslowsky; eingewechselt: Gerken, Craft, Thole.

Im Block eine Macht - Die LüneHünen, hier Leon Dervisaj, Florian Krage und Jordan Ewert

Bilanz bisher positiv

Nord-Süd-Duell schwer wie nie

Herrsching setzt auf starkes, gut eingespieltes Team

Das Nord-Süd-Duell zwischen den WWK Volleys Herrsching und der SVG Lüneburg war schon immer speziell: umkämpft, hoch emotional, gelegentlich giftig. Das wird auch jetzt mitten in der Corona-Pandemie mit dem Lockdown light ohne Zuschauer nicht anders sein, wenn die LüneHünen am Sonnabend (19 Uhr) am Ammersee antreten. Schon allein der Lederhosen-Look, in dem der Gegner antritt, zudem das selbst gewählte Image als „geilster Club der Welt“ und die Auftritte des als König verkleideten Hallensprechers sind besonders. „Und sehr laute Musik wird es wie immer auch geben“, meint SVG-Chefcoach Stefan Hübner schmunzelnd. Neu ist aber der Boden in der Nikolaushalle, der ursprüngliche Belag liegt schon im Münchner Audi Dome, wo Herrsching im Dezember und Januar drei Bundesliga-Heimspiele austragen wird.

Eingestellt auf ein hohes Angriffstempo

Mit der aufgeheizten Atmosphäre am Ammersee ist die SVG dennoch meist gut klar gekommen, die Bilanz dort ist mit nur zwei Niederlagen bei aber vier Siegen positiv – wobei es in den vergangenen beiden Jahren jeweils nach mehr als zwei Stunden Spielzeit mit einem 3:2 auf die Rückfahrt ging. So einen Coup erneut zu landen wird jedoch extrem schwer. „Die haben eine eingespielte Formation, in der sich kaum etwas verändert hat und waren letztes Jahr schon gut. Sie stehen in der Annahme stabil und spielen im Angriff ein hohes Tempo. Schon wenn da zwei, drei Leute auf Normalform kommen, wird das wieder ein heißer Tanz“, spricht Hübner voller Respekt über den Gegner.

Als die vergangene Saison Corona bedingt abgebrochen wurde, standen die Bayern als schon sicherer Playoff-Starter auf Platz fünf. Zusammen mit dem Pokal-Halbfinale bedeutete das die beste Saison seit dem Aufstieg 2014. Der Stamm blieb bis auf Mart van Werkhoven zusammen, und für den kam mit dem holländischen Landsmann Luuc van der Ent ein noch besserer Mittelblocker. Zudem verstärkte mit David Wieczorek (USA) ein weiterer, gestandener Außenangreifer den Kader. Der kam allerdings bisher wegen Bauchmuskel-Problemen noch nicht zum Einsatz. Und so wirklich gut läuft es heuer auch noch nicht, bisher sind vier Punkte auf dem Konto.

Herausragender Scorer (alle Spielelemente), zuletzt Zweiter in diesem Ranking, ist weiterhin der US-amerikanische Diagonalangreifer Jalen Penrose – zusammen übrigens mit LüneHüne Jannik Pörner. Beide liegen mit 58 Punkten vorne. „Ich habe ja auch viel gespielt und viele Pässe bekommen. Ich merke, dass ich deutlich mehr Verantwortung trage. Dass ist natürlich schön. Mittendrin ist immer besser als nur dabei“, freut sich das SVG-Urgestein Pörner und urteilt: „Je länger die Saison dauert, desto besser werden wir uns als Team noch finden. Die Mannschaft passt gut zusammen.“ Und besonders gut funktioniert das Blockspiel. In dieser Rangliste werden, angeführt von Michel Schlien (13 Punkte), derzeit gleich vier LüneHünen unter den ersten Fünf gelistet.

LüneHünen im Block herausragend gut

Für die zweite Auswärtsaufgabe der Saison nach zuletzt drei Heimspielen in Serie stehen nun auch wieder die zuletzt fehlenden Dalton Solbrig und Richard Peemüller zur Verfügung. „Ich hoffe, dass die beiden nun mal in einen Rhythmus kommen. Speziell für Dalton, der ja im Sommer schon eine Verletzung mitbrachte, war die Situation bisher frustrierend, das hat er sich ganz anders vorgestellt“, fühlt Hübner mit dem Mittelblocker nach dessen mittlerweile dritter Zwangspause. Zudem hat der Trainer erfreut das gute Saisondebüt von Will Craft gegen VCO Berlin registriert und ist nun „gespannt, wie der das gegen einen besseren Gegner macht“.

NEWS AUS DER LIGA

Noch einmal auf dem Transfermarkt aktiv geworden ist der VfB Friedrichshafen: Als zweiter Libero neben Markus Steuerwald kommt Avery Aylsworth (USA) – Spieler Nummer 14 im Kader, nachdem der vielfache Nationalspieler Marcus Böhme Ende Oktober für den Mittelblock geholt worden war. Der 24-jährige Aylsworth kommt von den Costa Mesa Stunners aus der US-Liga NVA (National Volleyball Association) und spielte davor schon für Raision Loimu in Finnland.

NEWS AUS DER SZENE

Die internationale Premiere der Giesen Grizzlys ist schon zu Ende: Die Hildesheimer gewannen zwar im Challenge Cup das Rückspiel im 16tel-Finale mit 3:2 (25:22, 21:25, 22:25, 25:18, 15:12) gegen Sporting Lissabon, hatten aber das Hinspiel in Portugal 0:3 verloren. Bester Scorer der Grizzlys war Außenangreifer Stijn van Tilburg mit 22 Punkten und bei Lissabon erneut der brasilianische Diagonalangreifer Costa da Silva (22), zuletzt bei den AlpenVolleys Haching.

Im CEV-Cup kampflos weiter: Der frühere SVG-Zuspieler Gijs van Solkema hat mit IBB Polonia London das Achtelfinale erreicht, Gegner Volejbal Brno aus Tschechien verzichtete wegen der Corona-Lage. London war in der Champions-League-Qualifikation gescheitert und darf nun im nachgeordneten Wettbewerb weiterspielen. Kontrahent im Achtelfinale ist OK Nis aus Serbien, der gegen Soligorsk/Belarus ebenfalls kampflos weiterkam. Mehr als 50% aller Spiele in den Europacup-Konkurrenzen (Männer und Frauen) wurden bisher wegen der Pandemie verlegt oder ganz abgesagt.

Volleyball Bundesliga