Wer sich wie Volleyball-Bundesligist SVG Lüneburg einen weltweit guten Ruf und ein globales Netzwerk aufgebaut hat, tut sich leichter, immer wieder interessante Spieler zu finden. Neuzugang Nummer fünf in diesem Sommer ist zwar erneut ein Kanadier, der kommt aber nicht direkt aus der dortigen College-Liga wie zuletzt Tyler Koslowsky und Ryan Sclater, sondern hat schon Erfahrung in Europa gesammelt: Ray Szeto. Der Außenangreifer spielte in der vergangenen Saison für Saint Nazaire VBA in Frankreich.

Szeto, der am Sonnabend 26 Jahre alt wird, stammt aus Sutton, einem 6.000-Einwohner-Ort in der kanadischen Provinz Ontario, 70 Kilometer nördlich von Toronto. Von 2010 bis 2015 studierte er an der York University, der drittgrößten Uni Kanadas in Toronto, Psychologie und spielte für das College-Team York Lions, war zeitweise auch dessen Kapitän und schaffte es nach der kanadischen U 21-Auswahl auch in die B-Nationalmannschaft.

Nach dem Studium nahm Szeto ein Jahr lang am kanadischen Vollzeit-Trainingscenter teil – eine Möglichkeit für Spieler, die den Schritt nach Übersee noch scheuen, sich in der Heimat weiter verbessern wollen, um dann richtig durchzustarten. Dort werden für die A- und B-Nationalmannschaft von den zuständigen Trainern auch Akteure für die anstehenden Turniere ausgewählt.

Dort ist der sprungkräftige 1,89-Meter-Mann allerdings momentan nicht gefragt, weil er in Frankreich keine so gute Saison gespielt hat. St. Nazaire verpasste in den Playoffs knapp die Rückkehr in die A-Liga, und Szeto gehörte in der Mannschaft nicht zur ersten Sechs, hatte einen enorm starken US-Amerikaner auf seiner Position vor sich. „Sonst hätten wir so einen Spieler auch nicht bekommen“, betont sein künftiger Trainer Stefan Hübner.

Der Coach ist dennoch von den Qualitäten des Rechtshänders überzeugt. „Ray ist in seiner Spielweise sehr explosiv und dynamisch. Früher war er vor allem ein starker Angreifer, in den letzten Jahren hat er sich aber auch sehr in der Annahme verbessert – mal schauen, ein interessanter Spieler, eine spannende Geschichte“, urteilt Hübner. Und schließlich hat er vor zwei Jahren auch Steven Marshall, der als Ersatzspieler aus Polen kam, wieder in die Spur gebracht.

Ähnlich durchstarten möchte nun am liebsten auch Szeto. „Als die SVG Interesse gezeigt hat, war ich auch gleich interessiert, denn ich habe viel Gutes über den Verein und die Stadt gehört. Die Fans sollen ja ihr Volleyballteam lieben und ihm toll helfen – und sie sollen ja auch meine kanadischen Freunde sehr unterstützt haben“, spielt der Neuzugang auf Ex-SVG-Spieler wie Nick del Bianco und Erik Mattson an.