Der Wohlfühlfaktor spielt bei einem Vereinswechsel stets eine große Rolle. Die Eingewöhnung und das schnelle Wohlfühlen sollte kein Problem sein für den vierten Neuzugang beim Volleyball-Bundesligisten SVG Lüneburg – er bringt seine Ehefrau mit und trifft zudem in seiner neuen Mannschaft auf einen guten Freund. Ryan Sclater kommt aus Kanada für die Position Diagonalangriff. In seiner Begleitung: Ehefrau Amy. Bei der Hochzeitsfeier der beiden 2015 gehörte Tyler Koslowsky, der neue Libero der SVG, zu den Helfern.
Sclater, der für ein Jahr unterschrieb, und Koslowsky spielten schon zuletzt beim kanadischen College-Team Trinity Western University (TWU) zusammen. „Tyler gehört zu meinen engsten Freunden. Es ist toll für uns beide, dass es mit dem Wechsel geklappt hat“, freut sich der 1,99-Meter-Mann, der in der abgelaufenen Saison als College-Spieler des Jahres ausgezeichnet wurde. Kein Wunder also, dass der 23-Jährige in diesem Jahr erstmals auch der B-Nationalmannschaft angehört, die Ende dieses Monats beim PanAm-Cup (Nord-/Mittel-/Südamerika) in Gatineau/Kanada spielt.
Sclater hat im Hauptfach Englisch und im Nebenfach Bibel-Forschung studiert, seine Frau ist Englisch-Lehrerin und will sich hier eine Beschäftigung suchen – allerdings keinen Fulltime-Job. „Wir wollen, wenn es meine Zeit erlaubt, auch ein wenig Europa erkunden. Wir kommen zum ersten Mal rüber,“ hat der Rechtshänder außer sportlichen auch noch andere Pläne.
Sclater stammt aus Port Coquitlan, einem 60 000-Einwohner-Städtchen bei Vancouver, an der Westküste. Nur 20 Kilometer davon entfernt wuchsen die früheren SVG-Spieler Nick del Bianco und Steven Marshall auf – klar, dass sie bei TWU auch in einem gemeinsamen Team standen. Naheliegend auch, dass er so auf die SVG aufmerksam wurde, vor allem Nick del Bianco habe ihm Lüneburg wärmstens empfohlen antwortet er auf Nachfrage und blickt voraus: „Das ist wohl ein idealer Platz, meine Profi-Karriere zu starten. Ich freue mich auch schon auf die großartige Unterstützung der Fans.“
Für SVG-Trainer Stefan Hübner hat sich damit wieder einmal sein gutes Netzwerk und das intensive Video-Studium ausgezahlt. „Ryan ist mir schon vor zwei Jahren aufgefallen, als wir dann Nick del Bianco geholt haben. Jetzt, nachdem er MVP der Saison wurde, war mein Interesse natürlich noch mehr geweckt, zumal uns Eric Fitterer nach einer sehr starken Saison wieder verlassen hat“, ist er froh einen Nachfolger für diese wichtige Position gefunden zu haben.
„Er ist aber ein ganz anderer Typ als Eric“, will der Coach keine Vergleiche anstellen und betont: „Es ist natürlich immer ein gewisses Risiko bei Neuverpflichtungen. Aber bisher haben wir ja auch immer ganz gut gelegen.“ Davon ist er auch in diesem Fall überzeugt. „Ryan ist ein sehr athletischer Spieler, hat lange Hebel und einen sehr speziellen Schlag.“ Und außerdem  gibt es für diese Position ja auch noch Jannik Pörner.