Roy Ching Angriff

Nach Ryan und Ray nun Roy: Die Fans von Volleyball-Bundesligist SVG Lüneburg müssen in der näher rückenden Saison aufpassen, dass sie die ähnlich klingenden Namen nicht durcheinanderbringen. Roy Ching heißt der nächste Neuzugang und er gibt nicht nur dem Kader von Trainer Stefan Hübner sondern der gesamten Bundesliga einen exotischen Anstrich. Denn Außenangreifer Ching ist geboren am anderen Ende der Welt: auf den Cook Inseln, die zu Neuseeland gehören. Entfernung von Hamburg: mehr als 16 000 Kilometer Luftlinie, Flugzeit etwa 20 Stunden.

Seinen Lebensmittelpunkt hatte Ching allerdings zuletzt in Kanada, studierte Geologie an der Brandon University (BU) bei Winnipeg im Südwesten Kanadas und spielte Volleyball im Collegeteam „BU Bobcats“. Dorthin kam der heute 24-Jährige im Jahr2012 bereits als gestandener Nationalspieler Neuseelands.

Die Cook Inseln, benannt nach dem britischen Entdecker James Cook – das ist ein Archipel aus 15 Inseln im südlichen Pazifik mit insgesamt knapp 19 000 Einwohnern. Eigentlich ein unabhängiger Inselstaat, aber „in freier Assoziierung“ (vertraglicher Zusammenschluss) mit Neuseeland. Aufgewachsen ist Ching in der Kleinstadt Nelson City, gelegen im Norden der Südinsel von Neuseeland. Mit Volleyball begann er in Christchurch an der Ostküste beim Shirley Volleyball-Club, durchlief die Junioren-Nationalteams und wurde schnell A-Nationalspieler.

Bei den BU Bobcats erwarb sich Ching dann einen geradezu legendären Status, verbesserte einige Rekorde in der Volleyball-Historie des Teams, war 2015/16 auch deren Kapitän und wurde nicht nur in der abgelaufenen Saison sondern insgesamt viermal in fünf Jahren Uni-Athlet des Jahres.

So schwärmt denn auch SVG-Coach Hübner: „Roy ist ein Muskelpaket, eine ordentliche Kante. Er kann viele Positionen spielen, ist ein kompletter Volleyballer.“ Nur Gutes hat er auch von seinem Kollegen Luke Reynolds, dem neuen Trainer der Berlin Volleys, gehört. Reynolds kennt Roy Ching aus nächster Nähe, der 31-Jährige studierte in spielte ebenfalls in Brandon.

Während seiner Volleyball-Karriere in Kanada spielte Ching oftmals auch gegen Tyler Koslowsky und Ryan Sclater, ebenfalls SVG-Zugänge zur neuen Saison, sowie gegen die ehemaligen SVG-Spieler Nick del Bianco, Steven Marshall und Erik Mattson, wie er berichtet. So reifte die Idee, es auch einmal hier zu versuchen. „Sie alle haben mir den Wechsel wärmstens empfohlen, schließlich ist ja auch die deutsche Bundesliga eine sehr renommierte, angesehene Liga“, so der 1,95 Meter große und 100 Kilogramm schwere  Rechtshänder. So musste er nach einigen E-Mails mit Hübner nicht lange überlegen.

Nun freut sich Ching, der in diesem Jahr eine Pause in der Nationalmannschaft eingelegt hat, auf die neue Herausforderung – und darauf, Land und Leute kennenzulernen. „Über Lüneburg weiß ich noch nicht so viel, aber ich habe mir im Internet schon einmal die verschiedenen Sehenswürdigkeiten angeschaut“, ist Ching gespannt auf die Zukunft.